Angedacht

August 2022

Angedacht von Reinhard Keding

Vielleicht sind sie noch im Urlaub, vielleicht ist er auch schon wieder vorbei. Diese Zeit schenkt uns oft wunderbare Einsichten in die Natur.

Mir kam sofort der 104. Psalm in Erinnerung. Ein Lobgesang auf die Schöpfung. Wenn Sie Zeit haben, lesen sie ihn mal ganz. Der Beter sprudelt vor Begeisterung. Er kommt in Schwärmen, so wie es uns passieren könnte, wenn wir in einer bezaubernden Landschaft sind, wenn wir Naturerlebnisse haben, die uns umwerfen, stille werden lassen und unsere Seele tief berühren.

„HERR, mein Gott, du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist du gekleidet. Licht ist dein Kleid, das du anhast.    Psalm 104,1-2.

Textzeilen aus diesem Psalm hat Haydn in seiner „Schöpfung“ wunderbare Melodien geschenkt. Ein Lied von Peter Strauch fiel mir sofort ein. Ich habe es oft gesungen:

  1. Herr, ich sehe Deine Welt, das weite Himmelszelt, die Wunder Deiner Schöpfung. Alles das hast Du gemacht, den Tag und auch die Nacht, ich danke Dir dafür. Berge, Flüsse und die Seen, die Täler und die Höh'n, sind Zeichen Deiner Liebe. Sonne, Wolken, Sand und Meer, die loben Dich so sehr, sie preisen Deine Macht.
  2. Auch die Menschen sind von Dir und haben Leben hier durch Deine große Güte. Fühlen, Wollen und Verstand sind Werke Deiner Hand, entstammen Deinem Plan. Ist der Mensch auch sehr entstellt, weil er die Sünde wählt, Du willst ihn nicht zerstören. Deine Liebe macht ihn frei von aller Tyrannei, wenn er auf Dich vertraut.
  3. Herr, weil Du der Herrscher bist und alles übersiehst, bin ich in Dir geborgen. Kleinste Wesen in der Welt, das weite Sternenzelt, hältst Du in Deiner Hand. Du regierst auch uns're Zeit, und bald ist es soweit, dann wirst Du sichtbar kommen. Mit uns sehnt sich die Natur und alle Kreatur nach Deiner Herrlichkeit.

Refrain: Darum bete ich Dich an, weil ich nicht schweigen kann; die Freude füllt mein Singen. Staunend habe ich erkannt: Ich bin in Deiner Hand, und Du lässt mich nicht los.

Am Ende des Psalms heißt es: „Ich will singen dem Herrn mein Leben lang, ich will loben meinen Gott, solang ich bin.“

Der Lobgesang auf die Schöpfung soll ansteckend sein, soll uns ermutigen nochmal genau hinzuschauen. Könnte es sein, dass die (Wieder)entdeckung der Größe der Natur uns eher dazu animieren könnte alles zu tun, um unsere Schöpfung zu erhalten, als alle dringenden Appelle? Ich will das nicht gegeneinander ausspielen. Die Demos „Friday for future“ und viele andere organisierten „Aufrüttelungsversuche“ sind notwendig. Zu Viele halten scheinbar immer noch die mögliche Ausbeutung der Schöpfung für gerechtfertigt, weil sie Gewinn bringt. „Nach uns die Sintflut! Das ist keine akzeptierende moralische Haltung! Warum müssen wir erst gezwungen werden, die Natur zu schützen?!

Ich wünschte mir, dass die Bewunderung der Schöpfung Gottes uns auch bereit macht, umzudenken, neu zu planen. Es gibt so viele Möglichkeiten! Warten wir nicht erst ab, bis uns die Regierung Subventionen verspricht!!

So wünsche ich Ihnen viel Freude an und in der Natur und den Mut, alles zu tun, was möglich ist, um sie zu bewahren. Fangen wir zuhause an!

Das wünscht Ihnen Reinhard Keding, Pastor i. R.