Angedacht

Dezember 2021

Angedacht von Pastor Jannasch


Der zweite Pandemie-Winter, das zweite Corona-Weihnachtsfest. Viele hatten gehofft, das würde uns erspart bleiben. Aber zu viele möchten sich lieber durch das Virus selbst immunisieren lassen als durch Impfstoffe. Die Langzeitfolgen einer echten COVID-19-Erkrankung scheinen diesen Menschen aus mir unerklärlichen Gründen absehbarer zu sein als die von Vakzinen, die dasselbe Zulassungsverfahren durchlaufen haben, wie andere tausendfach bewährte Impfstoffe – nur eben mit mehr Geld für die Studien und deshalb schneller.
Ich habe auch einen Arzt gefragt, ob eigentlich schon vor der Pandemie die Menschen -beispielsweise bei der Tetanus-Auffrischung - sich erkundigt haben, wie lange der jeweilige Impfstoff schon auf dem Markt ist und wie die Studienlage so ist. Es hatte mich nämlich beeindruckt, wie intensiv sich viele Menschen scheinbar damit auseinandersetzen. Aber ich höre nur: „Bis Corona hatte das niemals jemanden interessiert.“ Auch die Angst, dass mRNA Impfstoffe unser Erbgut verändern könnten scheint weiter zu bestehen – eine Unwahrheit, die wissenschaftlich nicht haltbar ist und von sämtlichen Experten als Lüge entlarvt werden kann und tausendfach wurde.
Das Bittere ist aber, dass es Menschen gibt, die nicht die Wahl haben: Kinder zum Beispiel. Auch bei Ihnen kommt Long-COVID vor. Sie haben 2020 mit den höchsten Preis bezahlt durch die Einschränkungen und Lockdowns. Und sie sind jetzt den Impfgegnern und den Folgen von deren seltsamer Entscheidung wieder hilflos ausgeliefert. Menschen in ärmeren Teilen der Welt haben ebenfalls keine Wahl. Wir schaffen es nicht, die globale Impfgerechtigkeit vor die Profitinteressen zu stellen, Patente zumindest zeitweise freizugeben und überall auf der Welt zugleich Impfstoffe für alle zu produzieren. Und das obwohl auch die Impfstoffhersteller auf öffentlicher und steuerfinanzierter Grundlagenfroschung aufgebaut haben. Wir schaffen es nicht, weil es uns nicht wichtig ist. Wenn die nächste Mutante von irgendwo kommt und wohl möglich allen Impffortschritt auch in den reichen Ländern wieder zunichte macht, dann ist das eine direkte Folge dieser uns so gleichgültig lassenden, himmelschreienden Ungerechtigkeit.
Da wären wir dann wirklich selber Schuld.
Weihnachten ist übrigens das Fest eines Kindes, das in sehr elenden Verhältnissen am Rande der damaligen Welt geboren wird. Gott ist parteiisch. Er steht auf der Seite der Geringen, der Ohnmächtigen, der Kinder, der Armen, der Flüchtenden. Zu Ihnen kommt er. Sie wird er besuchen auch als Erwachsener Mensch. Die Reichen und Mächtigen, die sich selbst ganz wichtig Nehmer - die hat er schon bei seiner Geburt und auch später nie wirklich ernst genommen. Zu lächerlich wirken Sie, wenn man mit Gott selbst unterwegs ist und Menschen heilt, die in echter Not sind. Aber zu nichts Anderem sind wir berufen als Christen in dieser Welt. Also seien wir auch parteiisch und stehen mit diesem Jesuskind auf der Seite der Geringen, der Ohnmächtigen, der Kinder, der Armen, der Flüchtenden! Das wäre wahrhaft weihnachtlich und ist auch im zweiten Pandemie-Winter leider genauso nötig wie schon vor 2000 Jahren.

Haben Sie ein gesegnetes Fest!
Wir sehen uns – wenn Sie möchten -
Ihr Pastor Stephan Jannasch